Chronik

Am 15.03.1888 ging ein Häuflein beherzter, waidgerechter Jäger daran, den „Fränkischen Verein zur Züchtung und Förderung reiner Jagdhundrassen“ in Nürnberg ins Leben zu rufen.

Wie sich schon aus dem Namen erkennen lässt, waren zur Gründerzeit alle Rassen und Schläge im Verein zusammengefasst, wenn auch der „Deutschkurzhaarige“ nachweislich am stärksten vertreten war.

Die Waidgesellen Karl Pröbstler, Klein, Barthel und Derlett, wohl sämtlich aus dem Nürnberger Raum stammend, hatten zum 15.03.1888 etwa 40 begeisterte Jäger in den Gasthof „Rotes Roß“ zur Gründungsversammlung in Nürnberg zusammengerufen. Schon in dieser ersten Versammlung gab man sich eine Satzung und beschloss der Delegierten-Commission (DC) beizutreten. Die DC war zur damaligen Zeit die Spitzenorganisation der Jagdhundvereine. Sie führte das „Deutsche Hundestammbuch“ (DHStB). Erst später entstand der Jagdgebrauchshundverband. Die DC hatte sich die Aufgabe gestellt, die kynologischen Bestrebungen vielfältigster Art zusammenzufassen, zu regeln und zu fördern, sowie Ehrenhaftigkeit, Ordnung und Sitte unter den Jagdhundbesitzern zu sichern. Bis 1928 hielt der Verein der DC die Treue. Ab diesem Zeitpunkt wurde er Mitglied des Jagdgebrauchshundverbandes.

Während der Verein ab seiner Gründung zunächst alle Jagdhunde unter seiner Führung vereinigte, spezialisierte er sich von etwa 1910 ab allein auf DK-Hunde.

Im Jahre 1890 nahm man an einer großen Hundeausstellung teil. Für das gleiche Jahr noch bereitete man eine größere Ausstellung in Nürnberg vor. Der Suchenbetrieb und besonders das Ausstellungswesen standen in hoher Blüte. Im Jahre 1896 wurde unter dem Vorsitzenden Barthel eine sehr bedeutsame Ausstellung in Nürnberg abgehalten.

Die Mitgliederzahl belief sich schon kurze Zeit nach der Gründung auf 250 Personen. Regelmäßig wurden fortan Versammlungen, Prüfungen und Ausstellungen durchgeführt. Klangvolle Führernamen, wie Dengler, Teichmann, Moosmüller, Dietsch, Stadtförster Brütting, Weghorn, Josef Stöhr, Johann Faber, alle aus dem Nürnberg-Fürther Raum, tauchen bei allen beachtenswerten Veranstaltungen und Prüfungen immer wieder auf. Wer sich die Mühe macht, die alten Zucht- und Stammbücher gelegentlich durchzublättern, der findet diese Führernamen auf den vorderen Preisplätzen im ganzen deutschen Bereich immer wieder verzeichnet. Die Kunst, Jagdhunde vor allem Vorstehhunde (DK) zu führen, haben sie fast alle vom Revierförster Groth in Langenzenn bei Fürth erlernt. Dieser genoss schon 1896 wegen seines DK-Zwingers „von der Waldpforte“ hohes Ansehen. Seine Schüler waren bekannt und in der Konkurrenz gefürchtet.

Das blühende Prüfungsgeschehen und das Vereinsleben erlahmte zwangsläufig während der Dauer des 1. Weltkrieges von 1914 bis 1918. Doch schon kurze Zeit danach begann unter dem Vorsitzenden Peter Lorenz aus Nürnberg und seinen Vorstandsmitgliedern Hans Haag und Jean Haag (Vater und Sohn), ebenfalls beide aus Nürnberg, der Verein rührig zu werden. Im Jahre 1930 übernahm Zollfinanzrat und Gaujägermeister Fritz Spengler aus Nürnberg die Vereinsführung.

Mit dem Zusammenbruch des Dritten Reiches und der damit verbotenen Jagdausübung war auch der Tätigkeit des Fränkischen Vereins ein Ende gesetzt. Alle Wiederbelebungsversuche in der Nachkriegszeit blieben durch das Verbot der Jagdübung und der Waffenführung in den Anfängen stecken oder verliefen aus anderen Gründen ergebnislos. Erst nach 1950, als man den deutschen Jägern die waidmännische Freiheit zögernd zugestand, begann ein neues Vereinsleben aufzukeimen. Um Zollfinanzrat Spengler, der mehr als 25 Jahre dem Verein bereits vorgestanden hatte, der daneben aber als Vizepräsident des BJV stark engagiert war, scharten sich alte Getreue, um den Verein wieder zum Leben zu erwecken.

Ab 1952 übergab er den Vorsitz des Fränkischen Vereins an den Zahnarzt Georg Dörwald. Von ihm wurden wieder Zuchtprüfungen (Derby und Solms) mit bescheidenen Beschickungszahlen abgehalten und ab und zu eine Zuchtschau durchgeführt. Besonderen Auftrieb erfuhr der Verein als Dr. Fritz Byhain, im Jahre 1959 den Vorsitz übernahm. Viele neue Mitglieder kamen und ältere, müde gewordene Anhänger stellten sich wieder ein. Das Ansehen und die Wertschätzung wuchs, auch bei den Kritikern.

Im Jahre 1962 übernahm Dr. Fritz Byhain die Leitung des DK-Verbandes. Seit dieser Zeit lagen die Führung der Vorstandsgeschäfte in der Hand des 1. Vors. J.B. Dietl, Nürnberg.

Nach den Herren Herrmannsdörfer und Hermann Gugel übernahm Herr Erich Stärker im Jahr 2003 den Vorsitz. Er führte den Verein aus einem finanziellen Engpass. 2013 war der Höhepunkt der Vereinsgeschichte. Eine internationale Zuchtrüdenschau aufgrund der 125 Jahr-Feier des Vereins.

Im Jahr 2016 gab Erich Stärker das Amt aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Vorsitzenden ab. Einstimmig wurde er zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Den Vorsitz übernahm 2016 seine Ehefrau Gabriele Stärker.

Heute zählt der Verein über 200 Mitglieder. Berücksichtigt man, dass aus diesem Verein 3 neue Kinder geboren wurden, der DK-Verein Mainfranken und der Schwesternklub Landshut/Niederbayern und den DK Oberpfalz, die drei zusammen rund 400 Mitglieder zählen, dann ergibt sich im umfassenden Raum ein Mitgliederanhang von rund 500, eine Stärke, die er nur in uralten Zeiten aufzuweisen hatte. Und im Jahr 2017 kam noch der Verein Deusch_kurzhaar

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